Herzlich-Närrisch Willkommen!
Narren stürmen den Verlag Herder
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- Geschrieben von buchmarkt.de
Diese Bilder erreichen uns gerade aus Freiburg. Am heutigen Fastnachts-Freitag haben die Narren die Oberhand im Verlag Herder übernommen. Narri-Narro heißt es also vorerst bei Herder. Um 11.11 Uhr haben die badischen Narren das Verlagshaus gestürmt.

... und übernehmen die Büros von Geschäftsführer
Roland Grimmelsmann (li) und Verleger Manuel Herder (re.),
in der Mitte der Fasnetrufer
Mit Pauken und Trompeten zog die „Zunft der Fasnetrufer Freiburg“ ins Rote Haus, besetzte die Büros der Geschäftsführung und überraschte Verleger Manuel Herder .....
Was dürfen Narren jetzt in der Fasnet aufspießen - SWR 4 Radio Südbaden:
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- Geschrieben von SWR 4 Radio Südbaden - Uli Homann
Was dürfen Narren jetzt in der Fasnet aufspießen, und was müssen Würdenträger,
die Gegenstand närrischer Betrachtung werden, aushalten.
Bei den Freiburger Fasnetrufern kam am vergangenen Samstag ein Narrenspiel auf die Bühne,
das Oberbürgermeister Dieter Salomon erboste und zu öffentlicher Narrenschelte trieb.
Hat er die Narren zu Recht angegriffen?
Uli Homann stellt sich dieser Frage:
Kurz zum Sachverhalt:
Vor gut eineinhalb Jahren hat sich OB Salomon von seiner Ehefrau getrennt.
Seine Büroleiterin Helga Maier wurde seine neue Lebensgefährtin.
Vorhaltungen, die neue Frau an seiner Seite könne nicht in seinem unmittelbaren Umfeld arbeiten,
schob Salomon beiseite. Und innerhalb eines Jahres wurde das Gehalt von Helga Maier
als enge Mitarbeiterin des Oberbürgermeisters zweimal angehoben.
Auf einwandfreier rechtlicher Grundlage, heißt es im Rathaus, aber auch auf eine erkleckliche Höhe.
Was machten die Narren daraus:
Sie inszenierten ein Spiel. Das närrische Personalamt der Stadt ließ verschiedene Bewerber und
Bewerberinnen antanzen. Eine Bewerbungsakte bestand aus dem Männermagazin Playboy.
Da ging es um die Bewerbung einer Frau für das OB-Büro. Ein OB-Darsteller war bereits auf der Bühne, als die Bewerberin auftrat.
Mit kurzem Rock und langen schwarzen Haaren - unschwer zu erkennen,
ein männlicher Darsteller parodierte die Lebensgefährtin von Dieter Salomon.
Der Narrenspruch dazu: Wollen Sie Sie verpackt oder nehmen Sie Sie gleich mit??
Der OB-Darsteller, der Salomon sehr ähnlich sah, nahm die Bewerberin in den Arm und schritt beglückt von dannen.
Das Publikum lachte.
Aber nicht den ganzen Abend:
Der echte Dieter Salomon, offenkundig um sich vor die im Saal anwesende
und von dem Sketch tief getroffene und innerlich erregte Lebensgefährtin zu stellen,
las den Narren auf der Bühne zum Schluss der Veranstaltung öffentlich die Leviten.
An seiner Politik könnten sie sich abarbeiten, das müsse er ertragen,
aber seine Lebensgefährtin und sein Privatleben hätten nichts zu suchen innerhalb närrischer Betrachtung.
Wenn Narretei so sexistisch daherkomme, dann werde er künftig wegbleiben.
Salomon war sichtlich genervt und gab dem ausführlich Ausdruck.
Wenig Zustimmung für ihn im Publikum,
etliche Buh-Rufe gegen den gegen die Narren wetternden Oberbürgermeister, die Stimmung war im Keller.
Dort wo zunächst mit närrischem Frohsinn die Ehrenmütze samt Katzenschwanz an die
südbadische Regierungspräsidentin überreicht worden war, zog der Katzenjammer ein.
Nun zu zwei gar nicht so närrischen Fragen:
Haben die Narren sich in unzulässiger Weise mit dem Privatleben des Oberbürgermeister-Paares beschäftigt?
Hätte der Politiker Salomon besser geschwiegen und das Narrenspiel unkommentiert hinnehmen sollen?
Dieses Narrenspiel mit der zugegeben geschmacklosen Ausstattung aus der unteren Schublade durch Playboy-Magazin und kurzen Rock?
Wer in der Öffentlichkeit steht, wer sie sucht, als Oberbürgermeister mit seiner Lebensgefährtin bei vielen repräsentativen Anlässen,
der darf sich nicht wundern, wenn er Gegenstand öffentlicher Betrachtung, beispielsweise durch Narren, wird.
Wer im Bürgermeisteramt in unmittelbarer Nähe seine Lebensgefährtin beschäftigt, der kann sich bei so viel öffentlichem
Gehalt auch nicht auf den Schutz der Privatsphäre zurückziehen - der muss die närrische Freiheit ertragen, die hier zugleich auch Meinungsfreiheit ist.
Selbstbeherrschung und Zurückhaltung, Contenance, wie es im französischen heißt, ist eine Fähigkeit, die Politiker haben müssen.
Dieter Salomon, meistens tadellos im Auftreten, kommt sie zuweilen abhanden.
Sendungs-Mitschrift SWR 4 Radio Südbaden
Uli Homann am 14. Januar um 16.45 Uhr
Ärger bei den Fasnetrufern:
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- Geschrieben von Yvonne Weik und Uwe Mauch - Badische Zeitung
Wo bitte ist die Gürtellinie?
Was darf Fasnet? Diese Frage wirft der Eklat beim Zunftabend der Fasnetrufer auf. Die Meinungen gehen auseinander. Die BZ hat nachgefragt – bei den Betroffenen und Experten für Satire und Knigge.

Zum ersten Mal hat in Oberbürgermeister Dieter Salomon ein Betroffener des Spots auf offener Bühne die Narren kritisiert. Salomon hat sein Vorgehen am Montag verteidigt. Den Fasnetrufern zufolge soll der Sketch (siehe Infobox unten) nicht mehr aufgeführt werden – das sei so geplant gewesen. Auch Experten wie Kabarettist Matthias Deutschmann, Kommunikationstrainerin Elisabeth Bonneau oder Kölner Jecken finden unterschiedliche Antworten auf die Frage, was Narren dürfen und was nicht.
Langjährige Weggefährten sahen das Unglück schon kommen. Als Oberbürgermeister Dieter Salomon zum Programmfinale des Zunftballs kurz vor Mitternacht die Bühne in der St. Georgener Festhalle bestieg, wussten sie: "Jetzt leert er sich den Kropf." Das tat er denn auch. Sexistisch sei der Sketch gewesen, schimpfte Salomon. Die Narren sollten sich an seiner Politik abarbeiten, aber nicht an seinem Privatleben. Totenstille herrschte in der Halle, von vereinzelten Buh-Rufen aus den hinteren Reihen abgesehen. Das Abschlusslied der Fasnetrufer ging dann fast im allgemeinen Gemurmel unter: In der Halle steckten die Gäste über die Tische hinweg die Köpfe zusammen und diskutierten.
Dass ein Betroffener vor dem närrischen Publikum den Akteuren den Kopf wäscht, habe es noch nie gegeben, sagt Fasnetrufer Peter Kalchthaler, der seit 40 Jahren auf der Bühne steht. Kritik nach der Aufführung sei völlig normal. Auch intern würden schon mal Sketche hinterfragt. Eigentlich, so Kalchthaler, seien die Freiburger Narren doch eher zu brav als zu frech. "Das war bei den früheren Oberbürgermeistern Keidel und Böhme so und auch bei Dieter Salomon." Nun fragt er sich: "Was darf ein Comedian, was ein Fasnachter nicht darf? Was darf man in Köln, aber nicht in Freiburg?" Allerdings, fügt er selbstkritisch an: "Ob es hat sein müssen, das auf die private Ebene zu heben?"


